Das Thema ist mir eingefallen, weil ich in dem Blog einer christlichen Frau gelesen habe, welche Probleme sie damit hat, dass ihr 40. Geburtstag bald ansteht. Diese Frau ist verheiratet, hat vier lebende Kinder und hatte einige Fehlgeburten. Sie hätte gerne noch mehr Kinder gehabt, aber ab Ende 30 sind Frauen eben im allgemeinen nicht mehr so fruchtbar und sie ist außerdem gesundheitlich angeschlagen.
Ich selbst werde 44 in diesem Jahr, bin nach wie vor kinderlos und werde – ebenfalls auch aus gesundheitlichen Gründen – ganz sicher keine Kinder mehr bekommen. Dabei war es früher so, dass ich immer gern „einen Stall voller Kinder“ gehabt hätte. Ich hatte immer vorgehabt, zu heiraten und viele Kinder zu bekommen, und dachte lange Zeit, dass ich furchtbar einsam und unglücklich sterben würde, wenn ich dieses Ziel nicht erreiche. Als ich Ende 20 war (nach wie vor ohne Mann in Sicht und ohne Kinder) kam etwas dazwischen – meine Bekehrung. Irgendwann in den nächsten paar Jahren fiel mir auf, dass mein Kinderwunsch unmerklich verschwunden war! Ich wünschte mir zwar nach wie vor einen Ehemann – und zwar unbedingt einen christlichen (den habe ich dann später auch bekommen), denn der Grund für diesen Wunsch war weniger die Ehe selbst, sondern, eine christliche „Familie“ zu haben (was auf meine Herkunftsfamilie so nicht zutraf, trotz der gelebten "christentümlichen" Traditionen). Ich wollte eben nicht bloß in der Gemeinde Christen um mich haben, sondern auch zu Hause. Aber der Kinderwunsch war komplett weg, und das trotz der großen Kinderschar, die mir jeden Sonntag in der Gemeinde über den Weg lief.
Dass Gott meinen Kinderwunsch so radikal beseitigt hat, finde ich schon bemerkenswert, da die meisten christlichen und auch nicht-christlichen Ehepaare – selbst die meisten, die relativ spät heiraten – sich doch noch Kinder wünschen, was eigentlich auch normal ist. Aber ich denke, Gott hat mich für etwas anderes bestimmt – nämlich für die ehrenamtliche Arbeit, die ich mache, und für die „Fürsorge aus der Ferne“ für unsere armenischen Patenkinder. Und letztlich dienen wir als Christen alle Gott – ob wir als Eltern Kinder großziehen oder ob Er uns für etwas anderes gebraucht. Wichtig ist nur, dass wir das tun, was Er von uns möchte, und nicht irgendetwas erzwingen wollen!
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