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Freitag, 12. Februar 2010

Die Kinderfrage

Das Thema ist mir eingefallen, weil ich in dem Blog einer christlichen Frau gelesen habe, welche Probleme sie damit hat, dass ihr 40. Geburtstag bald ansteht. Diese Frau ist verheiratet, hat vier lebende Kinder und hatte einige Fehlgeburten. Sie hätte gerne noch mehr Kinder gehabt, aber ab Ende 30 sind Frauen eben im allgemeinen nicht mehr so fruchtbar und sie ist außerdem gesundheitlich angeschlagen.

Ich selbst werde 44 in diesem Jahr, bin nach wie vor kinderlos und werde – ebenfalls auch aus gesundheitlichen Gründen – ganz sicher keine Kinder mehr bekommen. Dabei war es früher so, dass ich immer gern „einen Stall voller Kinder“ gehabt hätte. Ich hatte immer vorgehabt, zu heiraten und viele Kinder zu bekommen, und dachte lange Zeit, dass ich furchtbar einsam und unglücklich sterben würde, wenn ich dieses Ziel nicht erreiche. Als ich Ende 20 war (nach wie vor ohne Mann in Sicht und ohne Kinder) kam etwas dazwischen – meine Bekehrung. Irgendwann in den nächsten paar Jahren fiel mir auf, dass mein Kinderwunsch unmerklich verschwunden war! Ich wünschte mir zwar nach wie vor einen Ehemann – und zwar unbedingt einen christlichen (den habe ich dann später auch bekommen), denn der Grund für diesen Wunsch war weniger die Ehe selbst, sondern, eine christliche „Familie“ zu haben (was auf meine Herkunftsfamilie so nicht zutraf, trotz der gelebten "christentümlichen" Traditionen). Ich wollte eben nicht bloß in der Gemeinde Christen um mich haben, sondern auch zu Hause. Aber der Kinderwunsch war komplett weg, und das trotz der großen Kinderschar, die mir jeden Sonntag in der Gemeinde über den Weg lief.

Dass Gott meinen Kinderwunsch so radikal beseitigt hat, finde ich schon bemerkenswert, da die meisten christlichen und auch nicht-christlichen Ehepaare – selbst die meisten, die relativ spät heiraten – sich doch noch Kinder wünschen, was eigentlich auch normal ist. Aber ich denke, Gott hat mich für etwas anderes bestimmt – nämlich für die ehrenamtliche Arbeit, die ich mache, und für die „Fürsorge aus der Ferne“ für unsere armenischen Patenkinder. Und letztlich dienen wir als Christen alle Gott – ob wir als Eltern Kinder großziehen oder ob Er uns für etwas anderes gebraucht. Wichtig ist nur, dass wir das tun, was Er von uns möchte, und nicht irgendetwas erzwingen wollen!

Dienstag, 9. Juni 2009

Pardon, ich bin Christ


Dieses Buch von C.S. Lewis war wohl dasjenige, das mir mit seinen logischen Argumenten für den christlichen Glauben den letzten „Schubs“ zur Bekehrung gegeben hat. Treffender als ein Rezensent bei Amazon kann man das Buch kaum beschreiben: „Vielleicht lässt sich Gott nie beweisen. Wenn aber jemand dem sehr nahe gekommen ist, dann wohl C.S.Lewis. Für mich war das eines der wesentlichen Bücher, das mir als gestandenem Atheisten die Augen für eine Realität geöffnet hat, von der ich meinte, sie ist nicht existent.“

Montag, 8. Juni 2009

Wie ich Christ wurde

Sehr häufig liest man Geschichten von Menschen, die sich in ihrer großen Not an Gott klammerten und dadurch letztlich zum Glauben an Jesus Christus fanden. So war es bei mir nicht. Ich hatte eine glückliche Kindheit in einer intakten Familie, und meine "Lebenskrisen" waren eigentlich nichts im Vergleich zu dem, was andere Leute durchmachen. Ich bin sicher reicher beschenkt worden als die meisten Menschen auf dieser Erde. Es gab rein menschlich gesehen also keinen Grund, mich Gott zuzuwenden. Zudem bin ich allem gegenüber sehr kritisch und glaube eigentlich nichts ungeprüft. Das wusste Gott natürlich, denn schließlich war Er es ja gewesen, Der mich mit all diesen Gaben gesegnet hatte.

Ich muss sagen, dass ich nie ohne das gelebt habe, was man gemeinhin unter "Christentum" versteht. Mein Vater ist katholisch, meine Mutter Mitglied der evangelischen Kirche (beide Kirchen sind in Deutschland Konkordatskirchen, das heißt, sie sind vor allem finanziell eng mit dem Staat verbunden und von diesem abhängig - mit den entsprechenden negativen Konsequenzen). Im zarten Alter von drei Wochen wurde ich Mitglied der katholischen Kirche. Ich wuchs in der christlichen Tradition auf, wobei die katholische Lehre eine dominierende Rolle spielte und mich auch eine Zeitlang mit ihrem Pomp faszinierte. Ein persönliches Verhältnis zu Gott hatte ich kaum, und Jesus Christus existierte für mich hauptsächlich als "Christkind", das zu Weihnachten die Geschenke brachte, und als Holzfigur am Kreuz.

Hatte ich als Kind wenigstens noch eine Vorstellung von Gott, wurde das im Teenager-Alter anders. Zwar bin ich nie wirklich Atheist gewesen, allerdings war meine Vorstellung von Gott eher unpersönlich. Dass ich der Evolutionstheorie (die uns nicht nur in der Schule als absolute Wahrheit verkauft wurde) kritisch gegenüberstand, hatte nichts mit irgendeinem Glauben zu tun, sondern mit meinem eigenen kritischen Geist. Mit der katholischen Kirche begann ich zu hadern, allerdings hauptsächlich wegen ihres "diktatorischen" Charakters, der mir sehr zuwider war.

Im Alter von 25 Jahren trat ich dann aus der katholischen Kirche aus, und in die evangelische Kirche ein. Dies war keine große Sache, meine katholische Taufe wurde anerkannt und lediglich auf meiner Lohnsteuerkarte musste der Eintrag geändert werden (wegen der Kirchensteuer).

Während der Vorbereitung auf meinen Eintritt in die evangelische Kirche passierte dann aber etwas, was der Anfang meiner mehrere Jahre dauernden "Reise" zum Glauben war: der Pfarrer schenkte mir eine Bibel. Natürlich hatten wir eine Bibel zu Hause, aber nur eine alte Übersetzung, die nicht gerade zum Lesen einlud. Die Bibel, die ich nun erhielt, war in modernem Deutsch geschrieben, und da ich fand, dass es nun Zeit war, mich wenigstens ein bisschen damit zu beschäftigen, fing ich an zu lesen. Allerdings waren viele Stellen trotz der modernen Sprache schwer zu verstehen, und daher suchte ich in Buchhandlungen nach Büchern über Jesus und über das Christentum. Da ich keine Ahnung hatte, dass es so etwas wie christliche Buchhandlungen und Bibellesehilfen gab, las ich eine Menge Blödsinn, der aber so blöd war, dass mein kritischer Geist beim besten Willen nichts damit anfangen konnte - und ich wieder ohne Hilfe dastand. Auch die Predigten der Pfarrer sagten mir oft nicht viel, da sie mir sehr unverbindlich vorkamen.

Den nächsten großen Schritt vorwärts machte ich an einem meiner Shopping-Wochenenden in Köln. Zum ersten Mal wich ich von den Haupteinkaufsstraßen ab und landete in einer kleinen Nebenstraße. In dieser Straße gab es eine Buchhandlung, und weil ich Büchern noch nie widerstehen konnte, trat ich ein - um mich kurz darauf ziemlich verwundert umzusehen. Statt der üblichen Bücher, die man in jeder Buchhandlung findet, hatte dieser Laden ausschließlich christliche Bücher! Dort fand ich alles, was ich so lange gesucht hatte, ohne zu wissen, dass es das tatsächlich gab. Ich weiß nicht mehr, wie viel Geld ich an diesem Tag in diesem einen Laden gelassen habe, aber jedenfalls hatte ich eine dicke Tüte in der Hand, als ich - nach langer Zeit - wieder hinausging.

Zuhause machte ich mich dann gleich mit meiner neuen Bibellesehilfe ans Werk und las stundenlang in meinen Büchern. Die Buchhandlung in Köln wurde auf jeder meiner Shopping-Touren zu meinem ersten Anlaufpunkt - leider war sie zu weit weg von zu Hause, als dass ich dort "mal eben schnell" hinkonnte. Dann las ich in einer christlichen Zeitschrift von einer neu eröffneten christlichen Buchhandlung in Münster, der Stadt, in der ich studierte. Leider stand dort keine Adresse und nur eine sehr ungenaue Richtungsangabe. Trotzdem machte ich mich einfach auf den Weg und nachdem ich nur einmal in eine falsche Richtung gelaufen war, hatte ich sie schließlich gefunden. Seitdem bin ich "Experte" im "Aufspüren" christlicher Buchhandlungen. Von einer weiteren Buchhandlung in einer anderen Stadt hatte ich die Adresse - und als ich schon unterwegs war, fiel mir ein, dass ich vergessen hatte, auf dem Stadtplan nachzusehen. Also fragte ich in einem anderen Geschäft nach der Straße. Der Verkäufer fragte: "Wohin möchten Sie denn?" - was ja eigentlich eine ziemlich indiskrete Frage ist. Ich antwortete ihm trotzdem, und es stellte sich heraus, dass die Buchhandlung umgezogen war. Hätte ich den Stadtplan gehabt, hätte ich stundenlang an der falschen Straße suchen können. Das sind die Dinge, die einem so passieren ;-)

Ich kann nicht einmal genau sagen, wann genau ich mich bekehrt habe, und es war eher ein Prozess als ein "bombastisches" Erlebnis. Irgendwann war ich überzeugt, dass es nur diesen einen Weg gab, aber der Anfang war nicht leicht, zumal ich fast alleine mit meinen Büchern war. Im Jahr 1995 wurde ich Vorsitzende des Regionalverbandes einer Lebensrechtsorganisation - und fand kurz darauf heraus, dass "mein" neuer Schatzmeister Christ war. Er wurde auch mein erstes "Opfer". Wenn wir uns trafen, um unsere Lebensrechts-Aktivitäten zu planen, redeten wir meistens eine Viertelstunde über die Aktivitäten und zwei Stunden beantwortete er geduldig meine vielen Glaubensfragen.

Schon vorher hatte ich für eine bibeltreue Gemeinde in unserer Stadt gebetet, in die ich würde gehen können, ohne die evangelische Kirche sofort verlassen zu müssen - obwohl es überaus unwahrscheinlich schien, dass jemals eine solche Gemeinde entstehen würde. Im August 2000 wurde jedenfalls eine gegründet - und zwar eine Gemeinde die für mich perfekt war (glaubt hier noch jemand an Zufälle?)!