Wir wissen aber, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt. – Römer 8,28
Während meines Lebens als Christ habe ich schon oft erlebt, wie wahr dieser Satz ist. Gott kann aus negativen Dingen Positives machen – oder es ist so, dass man zunächst einen Verlust erleiden muss, um letztlich einen Gewinn zu haben.
So manches Mal lässt Gott auch zu, dass wir in Bedrängnis geraten, um unser Vertrauen in Ihn zu stärken. Ich habe mich schon einige Male in scheinbar aussichtslosen Situationen befunden. Zwar hatte ich Vertrauen in Gott – anders hätte ich die eine oder andere Situation kaum so lange aushalten können – aber andererseits hatte ich nicht die mindeste Vorstellung, wie Er das Problem lösen bzw. wie das Ganze überhaupt ausgehen würde. Letztlich waren es dann Lösungen, an die ich nie im Leben gedacht hätte (und die ich auch selbst nicht hätte herbeiführen können).
Durch solche Erfahrungen wächst man im Glauben – eigentlich denke ich sogar, dass man nur durch solche Erlebnisse überhaupt ein „erwachsener“ Christ werden kann! Man kann noch so oft die Bibel lesen, Theologie studieren, sogar predigen oder andere Dienste tun und durchaus ein „guter Christ“ im landläufigen Sinne sein. Ich habe mich von Anfang an und über Jahre hinweg sehr mit der Bibel beschäftigt, viele Bücher gelesen, als regelmäßige Besucherin und auch Mitarbeiterin meiner Gemeinde etliches gehört. Aber mein Christsein erschien mir immer defizitär – wie ich heute weiß, völlig zu recht. Natürlich war ich aus Gnade durch Glauben gerettet, aber ich war immer ein „Kind“ im Glauben – bis zu diesen Erfahrungen, dass ich wirklich weder ein noch aus wusste, und das in einem Fall über Jahre hinweg. Durch diese und andere Erfahrungen bin ich im Glauben – man kann auch sagen, im Vertrauen zu Gott – gereift und habe nicht mehr das Gefühl des Defizitären. Das heißt natürlich nicht, dass ich jetzt für den Rest meines Lebens von Bedrängnissen verschont bleiben werde – Gott kennt die Vergesslichkeit von uns Menschen und wird mich sicher ab und zu ein bisschen „erinnern“ müssen, dass ich von Ihm abhängig bin. Aber durch diese Erfahrung ist mein Glaube sehr fest geworden und ich bin auch neuen Krisensituationen eher gewachsen!
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